Wenn Sie ein Bild sehen, verwenden Sie es!

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Ja, richtig. Das Adverb »aufgeregt« hat sich in das Adjektiv »aufgeregtes« verwandelt. Und das ist völlig in Ordnung. Adjektive sind nicht verboten, man sollte sie nur sparsam einsetzen. Am richtigen Ort sind sie absolut sinnvoll.

Wir haben also nun ein sehr sprechendes Bild entworfen statt eines langweiligen Adverbs. Als Regel können wir uns merken:

Starkes Verb + Vergleich = Bild

Wir könnten den Beispielsatz sogar noch erweitern und eine darüberhinausgehende Information hinzufügen, nämlich daß diese Person immer so aufgeregt ist, dieser Zustand also nichts Besonderes darstellt:

Wie üblich kam sie hereingeflattert wie ein aufgeregtes Huhn.

Ein kurzer Satz, der sehr viel an Information und an Bildhaftigkeit beinhaltet, mit einem einzigen sinnvollen Adjektiv. Na, das ist doch schon mal was.

Und jetzt gehen Sie Ihren eigenen Text durch. Sobald Sie über ein Adjektiv oder Adverb stolpern, überlegen Sie, ob Sie es durch einen Vergleich ersetzen können.

Beispiel:

Er war ein großer, starker Mann.

Schlecht. Zwei Adjektive, ein schwaches Verb, kein Vergleich, kein Bild.

Also stellen wir uns die Frage: Was macht einen großen, starken Mann aus? Und wieder landen wir bei der Bewegung.

Er kam auf mich zugerollt wie eine gigantische Dampfwalze.

Nur noch ein Adjektiv, dieses eingebettet in ein Bild und mit einem starken Verb der Bewegung kombiniert, das sieht schon viel besser aus.

Wem »Rollen« nicht brutal genug ist, hier noch eine andere Alternative:

Er stampfte auf mich zu wie eine gigantische Dampfwalze.

Man könnte das »gigantische« auch weglassen, denn eigentlich sind Dampfwalzen immer gigantisch, aber wenn es stehenbleibt, ist das noch akzeptabel. »Gigantisch« ist zudem ein Synonym für »groß«, aber wesentlich aussagekräftiger.

Sie könnten allerdings auch sagen:

Ich mußte meinen Kopf schmerzhaft in den Nacken legen, um sein Gesicht über mir sehen zu können. Seine breiten Schultern verdeckten die Sicht auf das Haus hinter ihm.

Das ist dasselbe wie »Er war ein großer, starker Mann«. Erstaunlich, nicht?

Wenn Sie nun Ihren Text durchgehen, denken Sie immer in Bildern, nicht in Wörtern, denken Sie in Bewegung, nicht in statischen Beschreibungen.

Sie sehen ein Adjektiv – Halt! Wo ist das Bild?

Sie sehen ein Adverb – Halt! Was kann ich die Person tun lassen?

Auf diese Art kommen Sie ganz selbstverständlich zu »Show don’t tell«. Sie zeigen etwas statt es zu beschreiben. Das ist das Ziel.

Mit dieser Methode werden Sie es leicht erreichen.