Inhaltsangaben

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Es gehört glaube ich in der Schule zum Lehrstoff der unteren Klassen, daß man lernt, wie man eine Inhaltsangabe schreibt. Deshalb haben wir bei der Ausschreibung für den Schreibwettbewerb vorausgesetzt, daß jede weiß, wie das geht.

Die Inhaltsangaben, die wir bekommen haben, sind auf dem Internet zu lesen. Wie man an ihnen sieht, wissen viele Leute nicht, wie man eine Inhaltsangabe schreibt. Deshalb gehe ich hier noch einmal auf das Thema ein.

Eine Inhaltsangabe ist eine kurze, knappe Zusammenfassung des Inhalts eines Buches. Von A-Z. Mit der Kürze hatten einige so ihre Schwierigkeiten, denn das bedeutet, sich auf das Wesentliche zu beschränken, was vielen offensichtlich schwerfällt.

Üblicherweise ist eine Inhaltsangabe etwa eine halbe bis eine DIN-A4-Seite lang. Man muß also alles Unwesentliche aus dem Text herauskürzen.

Eine Inhaltsangabe besteht normalerweise aus Einleitung und Hauptteil. Man kann auch einen Schluß anfügen, aber das mußte für unseren Schreibwettbewerb nicht sein, denn der Schluß enthält die eigene Meinung oder die Aussageabsicht des Textes, und da die Inhaltsangaben von den Autorinnen selbst stammten, war das durch den Wettbewerb schon vorgegeben.

Auch einen Teil der Einleitung konnte man sich sparen, denn sie enthält üblicherweise den Titel, die Autorin, die Textart, die Textquelle, Ort, Zeit und Hauptpersonen der Handlung.

Für uns sind hier nur Ort, Zeit und die Hauptpersonen der Handlung interessant. Das wären die Bestandteile der Einleitung der Inhaltsangabe. Der Inhalt des Buches sollte danach in einem – einem einzigen – zusammenfassenden Satz geschildert werden.

Der Hauptteil beschreibt das Wesentliche der Handlung von Anfang bis Ende, so wie es im Buch nacheinander geschieht, jedoch ohne Details, nur den groben Rahmen. Falls es Rückblenden gibt, die erst später im Buch auftauchen, sollten diese in der Inhaltsangabe dort eingefügt werden, wo sie auch tatsächlich geschehen sind. Wenn also eine Rückblende im mittleren Teil des Buches ein Geschehnis beleuchtet, das vor zwanzig Jahren geschah, würde der Hauptteil der Inhaltsangabe mit diesem Geschehnis beginnen, denn es liegt zeitlich am Anfang.

Eine Inhaltsangabe sollte immer übersichtlich aufgebaut und im Präsens geschrieben sein. Nur das zum Verständnis Notwendige wird erwähnt, keine Einzelheiten. Zitate aus dem Text sind verboten ebenso wie direkte Rede. Auch indirekte Rede sollte man vermeiden.

Probleme

Das größte Problem, eine Inhaltsangabe für seinen eigenen Text zu schreiben, stellt die Vermeidung unnötiger Einzelheiten dar, wie man an einigen der eingesendeten Inhaltsangaben deutlich sehen kann. Wenn man einen Text selbst geschrieben hat, fällt es schwer zu entscheiden, was nun wichtig ist und was nicht, was ein überflüssiges Detail ist und was eine notwendige Information.

In diesem Falle – und wenn man nicht die Möglichkeit hat, die Inhaltsangabe von jemand Fremdem schreiben zu lassen, der davon unbeeinflußt ist – ist es sehr nützlich, sich an die vorgegebene Länge von einer halben Seite zu halten und so lange zu kürzen, bis diese Länge erreicht ist.

Dann kann man ziemlich sicher sein, daß man sich wirklich auf das Wesentliche beschränkt hat und die Leserinnen nicht mit einer überlangen Einleitung langweilt, so daß sie aufhören zu lesen, bevor sie überhaupt beim Text angekommen sind.