Die zweite Woche des Juni-NaNoWriMo ist um, und heute stehen als Soll 21.671 Wörter in der Liste. Mein Ist-Wert liegt etwas höher, und wie man an der Grafik sieht, habe ich mich langsam da hinaufgearbeitet.

NaNoWriMo 2. Woche Juni 2026

Es ist nicht leicht, jeden Tag so um die 1667 Wörter zu schreiben, das haben sicherlich alle gemerkt, die es bis hierhin versucht haben. Oftmals nehmen Leute im NaNoWriMo-Monat frei oder stellen alles andere zurück oder auf Sparflamme, um dieses Soll zu schaffen, denn normalerweise hat man ja noch einen anderen Beruf, der einen großen Teil des Tages ausfüllt.

Für mich gilt das nicht, da Schreiben mein Beruf ist, aber auch ich habe an manchen Tagen Mühe, die Wortanzahl zusammenzubekommen. Es gibt sogar Tage, an denen ich das überhaupt nicht schaffe. Vom 7. auf den 8. Juni beispielsweise hat sich meine Wortanzahl nicht verändert, was bedeutet, dass ich an einem Tag überhaupt nicht geschrieben habe, die Wortanzahl ist dieselbe geblieben, weil die Ausbeute an diesem Tag 0 war. 0 Wörter, nicht 1667.

Allerdings hatte ich davor etwas mehr geschrieben, wie man sieht, sodass dieser 0-Tag nicht so ins Gewicht fiel. Schreiben ist nicht wie Stein auf Stein zu schichten, um ein Haus zu bauen. Es ist davon abhängig, wie man sich fühlt, wie viel Zeit man in andere Dinge investieren muss, in den Alltag, in den Job, in die Familie usw.

Der NaNoWriMo ist ursprünglich dafür gegründet worden, dass einen diese Alltagsdinge nicht immer davon abhalten, das zu tun, was man am liebsten tun möchte, nämlich schreiben. Einen Monat im Jahr fürs Schreiben zu reservieren ist dennoch nicht einfach. Denn ein Monat am Stück kann sehr lang werden, wenn man sich so etwas vornimmt.

Wesentlich einfacher ist es, sich 50.000 Wörter im Jahr vorzunehmen und die auf 12 Monate zu verteilen. Dabei ergeben sich allerdings andere Probleme, denn man wird immer wieder aus der Geschichte herausgerissen, kommt nicht in den Fluss oder neudeutsch Flow, der beim Schreiben so wichtig ist.

Manche versuchen das an den Wochenenden. Durchschnittlich betrachtet hat jeder der 12 Monate 4 Wochenenden, und wenn man an jeweils einem dieser Wochenenden pro Monat 5.000 Wörter schreibt, hat man in 12 Wochenenden 60.000 Wörter zusammen. 60.000 Wörter, das sind genug für einen ganzen Roman. Ein Roman pro Jahr.

Konzentriert man sich ein ganzes Wochenende lang aufs Schreiben, kann man schon in den so ersehnten Flow kommen. Ein, zwei, drei Stunden am Stück sollten dafür ausreichen, es muss nicht gleich der ganze Tag sein.

Manche Menschen tun das gern am Morgen, andere am Abend, das kommt darauf an, ob man eine Nachtigall oder eine Lerche ist. Ich merke, dass ich morgens am frischesten bin, meistens jedenfalls, aber es ist mir auch schon so gegangen, dass ich den ganzen Tag nichts zustandegebracht habe, und dann plötzlich am Abend kamen die Ideen. 

Das kann man oft gar nicht so leicht steuern, vor allem nicht dadurch, dass man es erzwingen will. Am Anfang des NaNoWriMo-Monats kommen einem die 50.000 Wörter furchtbar viel vor und man denkt, man kann das nur schaffen, wenn man 8, 10, 12 Stunden am Tag schreibt. Das ist Unsinn. Es gibt zwar Leute, auch NaNoWriMo-Teilnehmer, die das tun, aber ich würde mal vermuten, die sind wesentlich jünger als ich. 😎

Nein, man muss das nicht wörtlich nehmen mit dem den ganzen Monat Schreiben. Gemeint ist hauptsächlich, dass man sich überhaupt die Zeit nimmt, dass man dem Schreiben Priorität gibt, solange die 1667 Wörter pro Tag noch nicht erreicht sind. Was man ohne diese Vorgabe vermutlich nur selten macht oder auch gar nicht. Da ist immer alles andere wichtiger und dringender.

In diesem Monat jedoch nicht. Da sind die Prioritäten klar. Das erleichtert die Entscheidung, was man zuerst tun sollte. Man muss gar nicht darüber nachdenken. Das ist oftmals entlastender, als man denkt, denn bei all den Entscheidungen, die wir am Tag treffen müssen, fällt diese eine weg. Sie ist schon getroffen.

In diesem Sinne: Auf in die zweite Hälfte, an den Start zu Woche 3! 🏇

Wir sehen uns nächsten Sonntag hier am selben Ort. 🥰